1.Tag – Kinofilme und „Driving Gags“
Der Freitag Morgen startete ungewöhnlich zeitig, aber immerhin wollten wir das Haus ja auch halb 9 verlassen. Als mein Wecker also 7:30 Uhr klingelte (und ich erst mal zum Fußende des Bettes krabbeln durfte, weil das Handy, also der Wecker, dort über Nacht am Ladekabel hing ;) ) war Chrissi auch schon wach und in der Küche am Frühstück machen. Wow, da hab ich echt gestaunt! ;) Naja, aber da wir ja eh nie pünktlich los machen und Melissa noch nicht zu sehen war, gabs dann erst mal ein Skype Telefonat mit meiner Lydl :D Hach ja, sooooooo toll endlich mal wieder Jemand von zu Hause zu „hören“ ;) Ja ähm da haben wir dann auch ne ganze Weile geschwatzt, wodurch ich diesmal die Letzte war. Aber naja, wir haben ja schließlich Urlaub! ;) Mit 2 Stunden Verspätung sind wir dann aufgebrochen.
Erster Anlaufpunkt war die „Royal Roads University“, weil Melissa dort noch nen Brief abgeben musste und außerdem ist das Hauptgebäude dort das „Hatley Castle“.
Na? Erkannt? Jap, das ist Xaviers Schule für Mutanten aus X-Men :D Bzw. ist es natürlich umgedreht, also sie haben X-Men bei diesem Schloss gedreht ;) Drinnen sieht es aber ganz anders aus als im Film, wird eben richtig genutzt als Verwaltungsgebäude. War aber trotzdem witzig, das Schloss mal live zu sehen ;)
Ja, dann sind wir ein wenig über das Unigelände spaziert, weil wir zu nem Gebäude ziemlich am Rand des Geländes mussten. Die haben hier Pfaue auf dem Gelände und auch ein fast weißer war dabei!
Und dann kam auch gleich die nächste super tolle Sichtung: ein Kolibri!!! Der flatterte da rum, bzw. die, es waren nämlich zwei, und hat an den Blumen genascht :D Soooooooooo süß!!!
Ja auf dem Weg haben wir dann noch Himbeeren gegessen, aber kein roten, sondern gelbe. Oder dem Namen nach goldene :) Jammi! Ach und zum Thema: In Kanada ist alles etwas größer! Wir haben noch immer nicht raus, was das für Pflanzen sind (Stephan??? ;) ) aber die Blätter sind riesig!!!
Ja und dann sind wir gleich noch dem zweiten Film auf dem Gelände über den Weg gelaufen :D
Na? Wer ist das? Grad wieder im Kino: Bumblebee aus Transformers. Der wurde im Laufe des Tages zu unserem „Running Gag“, wobei für das Auto wohl eher „Driving Gag“ passen würde ;) Als wir den nämlich auf dem Unigelände zum ersten Mal gesehen haben, war mein Kommentar: „Ok, wenn er anfängt, uns zu verfolgen, werde ich misstrauisch.“ Tja was soll ich sagen, wir sind den Tag noch an zwei weiteren Bumblebees vorbei gefahren :D In genau dem Gelb mit den tollen Rally-Streifen. :) Wobei wir letztlich festgestellt haben, dass wohl jeder Chevrolet Händler hier so einen rumstehen hat ;) Hatten im Radio witziger weise noch einen Song, in dem Jemand gesungen hat „I’m a Transformer“ und Jazz (Pontiac Solstice) ist uns auch noch über den Weg gefahren :D Naja, wenn man einmal darauf achtet ;) Wir hatten jedenfalls Spaß!
Ja, die Fahrt nach Ucluelet war verdammt lang. 300 Kilometer und nicht einmal die Hälfte davon Highway. Der Großteil war Landstraße, die zum Ende zu immer mehr den Italienischen Bergstraßen ähnelte! Eng, steil, kurvenreich – ein Traum für Biker ;) Aber eine super tolle Aussicht!!! Die Landschaft war mal wieder atemberaubend!
Haben dann noch, bevor wir zum Campinggelände sind, eine kleine Wandertour gemacht entlang des „Wild Pacific Trail“. Herrlicher Küstenurwald und unglaublich toller Blick auf den Pazifik! Nächster Halt: Japan!
Ja, und dann ging es ab aufs Campinggelände (diesmal mit ordentlichen Bädern und Klos :D ), Zelt aufgebaut und Feuerholt gekauft. Haben ewig gebraucht, um das Feuer zum brennen zu kriegen, weil das Holz viel zu nass war! Aber naja, die Lagerung ist hier einfach schwierig, das Campinggelände liegt nämlich in der sogenannten „Coastal Fog Zone“ (Also Küsten-Nebel-Zone). Nur deshalb durften wir überhaupt Lagerfeuer haben, überall sonst waren die Waldbrandstufen zu hoch. Aber hier gibt es eben so gut wie jede Nacht Nebel, der den Wald feucht genug hält. Jedenfalls haben wir weiter gekämpft und das Feuer schließlich zum brennen gebracht! Wir lassen und unsere Smores doch nicht entgehen!
Ach ja, und wenn wir grad beim campen sind, hier noch ein paar interessante Regeln: Also letztes Mal waren wir ja auf einer Bären freien Insel. Diesmal sind wir auf dem Festland, auch wenn es in dieser Ecke nur sehr wenig Bären gibt und deren Reviere und Verhaltensweisen bekannt sind. Also folgende Regeln: Alles Essen gehört in luftdicht verschließbare Beutel und dann ins Auto, nicht ins Zelt! Soweit denke ich, würde auch ein Camping-Neuling mitdenken ;) Aber nicht nur das Essen, sondern einfach alles, was irgendwie reicht, gehört in so einen luftdichten Beutel. Das beinhaltet: Zahnpasta, Deo, Handcreme, Labello und Parfüm ist ohnehin komplett verboten! Auch beim Duschen ist zu beachten: Kein Schampoos, die Irgendwie nach Früchten oder Kräutern riechen! (Erinnert mich gerade stark an das Kirsch-Duschbad, das ich mal hatte, das Fruchtfliegen magisch angezogen hat! ;) ). Auch leere Kühlboxen nicht draußen stehen lassen, immer ins Auto außer Sichtweite packen. Bären haben ein gutes Gedächtnis und wenn sie in so einem Ding schon einmal Essen gefunden haben, dann werden sie es wieder versuchen, auch wenn kein Geruch aus der Kühlbox kommt. Ja soviel zum Theorie, die wir natürlich auch in der Praxis umgesetzt haben. Und es hat auch funktioniert ;) Also keine nächtlichen Bärenbesuche auf dem Campingplatz :)
So, und zum Abschluss des Berichtes der ersten Tages noch der dritte Kinofilm: Südlich von Ucluelet ist der „Long Beach“, wo sie die ganzen Strandszenen aus Twilight gedreht haben ;)
2.Tag – Der Magnet für seltene Tiere – das bin ich ;)
Der zweite Tag begann mit einem leckeren Frühstück – Omelette – und einem ebenso leckeren Nachtisch: Zuckerfruchtgummis für Melissa, Lakritze für Chrissi und Kokosschokolade für mich :D Hach ja, ich liebe Urlaub ;)
Dann sind wir in die Stadt gefahren, um erst einmal heraus zu finden, wo wir nachmittags zum Whale-Watching uns treffen sollten. Haben wir auch schnell erfahren, und so ging es dann noch weiter den „Wild Pacific Trail“ entlang. Ja, irgendwie hatten wir aber am Anfang eine Abzweigung verpasst und sind auf dem alten Pfad gelandet, der nicht mehr „gewartet“ wird. Das sah dann so aus:
Aber die Strandaussichten haben dafür allemal entschädigt und wir hatten wieder richtig viel Spaß :D
Haben den neuen Pfad dann auch wieder gefunden, der war gut befestigt und leicht zu wandern ;) Wir haben aber nicht den ganzen Trail geschafft, mussten dann wieder umkehren, damit wir noch etwas Essen konnten und genügend Zeit hatten, uns beim Whale Watching einzufinden :D Dort gab es dann erst einmal tolle Anzüge für jeden, die einem vor Wind und Wasser schützen und außerdem eine Schwimmweste integriert haben.
Während des Anziehens haben wir dann so unsere Witze gemacht, weil ich hier immer so tolle seltene Tiere sehe, die noch nicht mal Melissa gesehen hat, dass wir bestimmt wieder was erleben, was unglaublich selten oder noch nie dagewesen ist! :D Tja und die erste Begegnung lies auch nicht lange auf sich warten! Gleich außerhalb des Hafens ist uns der erste Buckelwal über den Weg geschwommen :D Der ist einmal tief abgetaucht, so dass wir die Schwanzflosse sehen konnten. Ist ne Weile unten geblieben und dann wieder aufgetaucht. Aber war kaum zu sehen, immer knapp unter der Wasseroberfläche und nur mal ganz kurz zum Luftholen oben. Unsere Bootsführerin hat gemeint der wäre listig und außerdem langweilig und wir würden uns nen interessanteren Wal suchen XD Und ich war schon überrascht, wirklich einen Wal zu sehen! Wobei die Bootsführerin (die das übrigens schon seit 8 Jahren macht) gemeint hat, dass sie selber nicht damit gerechnet hatte, schon hier einen Wal zu sehen. Tja, ich zieh die Tiere hier wohl wirklich magisch an ;) Naja, erst einmal gab es dann Seelöwen, wow sind die riesig!!! Das hätte ich echt nicht erwartet!
Und dann noch eine andere kleine Insel mit Robben :D
Ja und dort waren dann auch Pelikane! Hatte ich echt nicht gewusst, dass die im Sommer hier leben! Und einer von ihnen war ganz fleißig auf der Jagd! Hat aus der Luft Fische gesucht, und ist dann steil ins Wasser eingetaucht! Chrissi hat ein klasse Foto erwischt:
Übrigens hat die Bootsführerin hier gemeint, dass sie die Pelikane noch nie hat so jagen sehen! Hihi, Tierbeobachtungen der unglaublichen Art, die zweite ;)
Und dann gab es den ersten Funkspruch: Buckelwal gesichtet! Also mit Fullspeed dahin! Wow sind diese kleinen Boote schnell!!! Man sollte so halb stehen, weil die Schläge, die durch die Sprünge über die Wellen entstanden, echt nicht gut für den Rücken waren ;) Das ging tierisch auf die Beine (merk meine heute ziemlich!) Aber ganz hinstellen ging dann wieder total auf die Arme, weil der Wind einfach so stark war, dass er einen sonst gleich wieder in den Sitz gedrückt hätte! Hat jedenfalls irre Spaß gemacht, ein bisschen wie Jetski fahren :D
Und dann war da auch schon der Buckelwal! Und der war am Jagen :D Heißt, er ist immer tief abgetaucht (schöne Schwanzflossenfotos!!!)
Dann ist er unter einen Fischschwarm geschwommen und von unten mit weit aufgerissenem Maul hochgeschossen. Dadruch hat es ihn auch weit aus dem Wasser raus katapultiert! Das war beeindruckend! Die sind sooooo riesig!
Ja, dort in der Ecke ist dann gleich noch ein zweiter Buckelwal zum Jagen aufgetaucht :D Wir hatten also richtig was zu sehen! Aber das war noch lange nicht alles! Wieder ging ein Funkspruch ein, und diesmal war es ein Grauwalpärchen :) Wir also wieder über die Wellen zur nächsten Sichtung geflogen :D Die zwei sind außergewöhnlich, weil sie schon die ganze Saison (beginnt hier Anfang März) als Pärchen umher schwimmen. Normalerweise sind Grauwale um diese Jahreszeit Einzelgänger. Das Männchen kommt übrigens jeden Sommer hierher. Es trägt den Namen „Dinnerplate“ also „Speiseteller“, weil er an der rechten Seite einen kreisrunden weißen Fleck hat. Den hat Chrissi sogar auf einem Foto eingefangen!
Ja die zwei haben wir eine ganze Weile beim Jagen beobachtet, dabei war es interessant, was die Führerin alles so erzählt hat. Grauwale tauchen nämlich bis zum Grund, holen sich dort ein Maul voll Sand und filtern diesen dann nach Lebewesen. Deshalb sind die Grauwale und die Buckelwale in der Gegend keine Konkurrenten. Sie haben sich dann auch mit einem Schwanzflossenwink von uns verabschiedet.
Und dann ging auch schon der nächste Funkspruch ein: Orcas! Mit Baby!
Also wieder abgedüst über die Wellen gehüpft und zu den Orca Walen. Es waren zwei Weibchen mit einem Baby! Ui war das süß!!! Unsere Führerin hat gemeint, dass Männchen viel größere Rückenflossen haben, daher weiß sie, dass es Weibchen sind. Die sind in der Bucht umher geschwommen auf der Suche nach Robben oder Seelöwen oder Seeottern. Und meine magische Anziehungskraft hat mal wieder funktioniert! Erstens kommen Orcas nur aller 1-2 Wochen hier an der Küste vorbei und sind dieses Jahr erst zum dritten Mal gesichtet wurden. Und alle drei Walarten an einem Tag ist in dieser Saison noch gar nicht vorgekommen! :D Naja, einfach freuen und die Bilder genießen (zum 1. Bild: ist die Miniflosse in der Mitte nicht süß :D ).
Ja, das war unser super genialer zweiter Tag! Es gab dann noch Würstchen am Lagerfeuer gegrillt und noch ein paar Marshmallows und Smores ;) Und was wir sonst eben noch an Süßem dabei hatten :D
3.Tag – Unglaublich gewaltig!
Auch die zweite Nacht verlif Bärenfrei, dafür aber mit witziger Geräuschkulisse ;) Es war mal wieder nebelig, weshalb die Orientierungsboje am Hafeneingang dieses seltsame Summen von sich gegeben hat (gut, dass wir am Tag zuvor schon rausgefunden hatten, was dieses seltsame Geräusch denn nun ist ;) ). Ja, und dann fing der Typ im Nachbarzelt an zu schnarchen XD Das witzige war: Je lauter die Boje summte, desto lauter hat der auch geschnarcht :D
Den Morgen hieß es also Zelt abbauen und wir sind erstaunlicherweise mal überpünktlich los gekommen! Hätten um 11 vom Platz runter gemusst, und sind schon halb 11 losgefahren! Ja wieder entlang der wunderschönen Landschaft zurück, aber diesmal mit zwei Stopps. Der erste bei „Cathedral Grove“ also „Kathedralenwald“. Und der hat diesen Namen wirklich verdient, denn dort stehen die ältesten und größten Bäume Kanadas! Und die sind einfach unglaublich gewaltig!!!
Der folgende Baum ist der älteste und größte im Wald: 800 Jahre alt, 9 Meter Stammumfang und 76 Meter hoch!!! Zum Vergleich: Der Markranstädter Kirschturm hat gerade mal 56 Meter!
Dann ging es weiter und der nächste Stopp war bei einer Ansammlung von Geschäften am Wegesrand, wobei wir besonders in den Markt Namens „Goats on the roof“ wollten. Ja, der war eben bekannt dafür, dass er auf seinem Gründach Ziegen hat^^ Dort oben haben wir zwar keine gesehen, aber dafür im Garten. Und die Ziegen hatten ein echt klasse Häuschen!
In dem Laden selber gab es alle möglichen Sachen aus aller Welt! Chrissi und Melissa haben sich über einen scharfen Senf aus Deutschland gefreut und zum Mittag gab es ein super leckeres Riesenbrot das mit Paprika, Käse und Kräutern überbacken und gefüllt war *schleck* Ach und dazu schöne Knacker!
Auf dem großen Platz, um den die Gebäude alle standen, waren ganz viele Steinstatuen von verschiedenen Tieren. Mir gefiel die süße Robbe am besten :D
Ja und dann gab es dort noch: Das kleinste VW Museum der Welt :D Da musste Chrissi natürlich rein! Aber die Autos waren auch echte Schmuckstücke :)
Tja, und dann war unser Urlaub auch schon vorbei. Also eine lange Heimfahrt folgte und Abends sind wir alle totmüde noch unter die Duschen gehüpft und in den Betten verschwunden :D Aber es war ein super erlebnisreiches Wochenende, das ich mit Sicherheit nie mehr vergessen werde!
Liebe Grüße an alle!
Eure (immer noch mit Honigkuchenpferdgrinsen rumrennende) Anja





























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